Claudia Schemmer holt Profi-Weltmeistertitel in Frankreich
Am Samstag, den 07.05.2011, fand in Sarreguemines, Frankreich, eine Kickbox-Gala für Anfänger statt. Drei Schüler, Kristijan Marinovic, Vasi Avram und Salko Sipovic wollten an diesem Abend Ihr Können testen. Kristian, 17 Jahre, startete zuerst in der Klasse 65 kg im K1, er konnte in diesem Kampf, gegen einen technisch sehr guten Franzosen, seine Techniken leider nicht umsetzen und unterlag seinem Gegner nach Punkten. Vasi, 17 Jahre, der sehr aufgeregt war, startete gegen einen 5 Jahre älteren Gegner. Doch der Kämpfer vom Fightclub
kämpfte mit einem Herz wie ein Löwe und machte es dem Franzosen nicht leicht. Doch in der zweiten Runde dominierte sein Gegner und konnte das Match für sich entscheiden. Einige Kämpfe später stand Salko 97 kg in der roten Ecke. Auch er startete in der Kategorie K1. Sein Gegner mit 105 Kilo brauchte von Anfang an sehr viele Knie-Techniken und Low Kicks, was Salko etwas überraschte und womit er nicht zurecht kam. In der 3 Runde konnte der Kämpfer aus der blauen Ecke eine harte Knie-Technik zum Körper landen und Salko wurde ausgezählt.
Als Höhepunkt dieses Abends fand der Profi-Kampf um den vakanten WM-Titel der Frauen im Vollkontakt – 55kg der WKF (World Kickboxing Federation) statt. Der Kampf zwischen Claudia Schemmer, Deutschland, und Marjorie Lock, Frankreich, war auf 10 Runden á 2 Minuten angesetzt. Gegen 22:30 Uhr waren die Vorkämpfe vorüber und Claudia Schemmer vom Fightclub Freiburg stand angespannt im Ring. In Ihrer Ecke betreute sie, nicht weniger angespannt, Ihr Mann und Trainer Sven Schemmer. Die drei Schüler des Vereins, Kristijan, Vasi und Salko waren die einzige Unterstützung die Claudia an diesem Abend in der Halle hatte. Die Lokalmatadorin Marjorie Lock wurde lauthals vom Publikum im Ring begrüßt. Beide Kämpferinnen kannten sich bereits von einem EM-Titel-Kampf im Januar diesen Jahres der in Freiburg bestritten wurde und den Claudia nach Punkten gewann. Dem Team vom Fightclub war bewusst, dass es so gut wie unmöglich sein würde, in Frankreich gegen eine Französin nach Punkten zu gewinnen.
Die Kämpferinnen starteten gleich mit hohem Tempo, die Französin stürmte unaufhaltsam auf die Freiburgerin los, doch Claudia hatte wie bereits im ersten Kampf die klareren Treffer und eine stabile Deckung. Die ständig im Nahkampf klammernde und oftmals nach dem Kommando nachschlagende Französin erhielt in der 7. Runde einen Minuspunkt für ihre Fouls. Claudia war nicht zu bremsen, und machte Druck nach vorne. Es war ein sehr harter und verbissener Kampf.
Nach 10x2 Minuten verkündete der Ringrichter das Ergebnis: 2:1 Punktrichterstimmen für die Kämpferin aus Deutschland. Für das Freiburger Team ging das schier Unmögliche in Erfüllung, denn sogar für einen französischen Punktrichter gab es kein Zweifel und er hatte Claudia vorne.
Jubelnd und mit Tränen in den Augen wollte sie ihren Mann gar nicht mehr loslassen, dem sie nach der Urteilsverkündung um den Hals gefallen war.